LEA – wer ist das? Oder besser gesagt: Was ist das???

Kreativ sein und Menschen nicht nur intellektuell, sondern mit allen Sinnen anzusprechen, ist ein Kennzeichen gestaltpädagogischen Arbeitens. So wundert es nicht, dass im Anschluss an die Mitgliederversammlung des IGNW zu einem Workshop eingeladen wurde – veranstaltet von Ursula Albers-Freytag, Religionslehrerin und Gestaltpädagogin des IGNW. Und viele, viele blieben, um die LEA-Erzählfiguren kennenzulernen.

Doch was bedeutet das – LEA? Viele mögen zunächst vielleicht daran denken, dass nach der biblischen Geschichte Jakob sieben Jahre diente, um Rahel, die Frau, die er liebte, heiraten zu können. Doch statt Rahel bekam er – erst einmal – Lea, ihre ältere Schwester; so hatte es sein Schwiegervater bestimmt … (vgl. 1. Mose 29,1ff).

Doch nicht um die biblische LEA ging es an diesem Nachmittag im Kreise der IGNW-Mitglieder*innen (und ihrer Gäst*innen), sondern um Erzählfiguren, sogenannte LEA-Erzählfiguren, die auf Füßen aus einer Bleilegierung stehen, aus Sisaldraht gefertigt sind und Hände aus Bio-Polymer haben. LEA ist in dem Zusammenhang eine Abkürzung – und steht für: L wie Lebendig, E wie Erzählen und A wie Ausdrücken. Es handelt sich um Figuren mit stilisierten Gesichtern, die durch unterschiedliche Bekleidung immer neue Identitäten annehmen und aufgrund ihrer großen Beweglichkeit vielfältige Ausdrucksformen ermöglichen können.

Wie man die LEA-Figuren für Gesprächsanlässe und pädagogische wie religiöse Prozesse nutzen kann, zeigte der Nachmittag in vielfältiger Weise. Die Figuren wurde beispielsweise so gestellt, dass sie Haltungen, aber auch Gefühle ausdrückten; es wurde ein Körpergebet vorgestellt, und Psalm 23 wurde mit verschiedenen Figuren und Utensilien lebendig vor Augen geführt. Am eindrucksvollsten war ein längerer Bibliolog zur biblischen Geschichte von der Heilung des Gelähmten, den seine Freunde durch das Dach in das Haus lassen, in dem Jesus weilt; je länger wir Teilnehmer*innen uns auf die Figuren konzentrierten, desto lebendiger wurden diese – und wir mit ihnen. Die alte biblische Geschichte über Freundschaft, die Grenzen überwindet, strahlte in unsere Lebenswirklichkeit hinein. Herzlichen Dank, liebe Ursula, dass du uns inspiriert und uns diese schöne Erfahrung ermöglicht hast!

Und die großen Augen der Teilnehmer*innen des Workshops, die mit Liebe an den Figuren hingen, lassen ahnen, dass nicht wenige aus unserer Mitte gerne eine solche LEA-Figur ihr Eigen nennen würden. Die Gelegenheit, eine solche Figur selbst herzustellen, ist bald da: Ursula Albers-Freytag veranstaltet am Samstag, den 14. März 2026, in der Zeit von 9.00 – 19.00 Uhr in Heiden einen LEA-Erzählfiguren-Workshop. Wer interessiert ist, kann sich gerne melden bei: ursula.albers-freytag@gmx.de Es lohnt sich mit Sicherheit – auch für ganz neue Menschen, die schauen möchten, was in der Welt der Gestaltpädagogik so gemacht wird.

Astrid Ohla, Schulpfarrerin und Gestaltpädagogin IGNW

Heilung des Gelähmten

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